Die Vergoldete Pfote

Diese Auszeichnung wird für besonders dreiste Leistungen bei der Verwendung des Begriffs "Kartäuser" vergeben.

Wir stellen dabei Züchter und Medienprodukte heraus, die sich darum bemühen, die bereits bestehende Verwirrung um die beiden Rassen Chartreux und Britisch Kurzhaar zu verstärken und weiter auszubauen.

 
 

November 2003
Die Britisch-Kurzhaar-Züchter im 1. DEKZV dürfen ihre Tiere seit 1991 nicht mehr mit dem Namen Kartäuser bezeichnen. Diese Regelung gilt in allen der FIFé angeschlossenen Vereinen und es soll damit erreicht werden, dass die Verwirrung um diesen Begriff aufhört. Das Verbot wird von fast allen Züchtern im 1. DEKZV respektiert, bis auf ein einzelnes Mitglied, der Züchterin Ulrike Kurz aus Markgröningen bei Stuttgart. Sie benutzt auf der Homepage ihrer Katzenzucht "Bloomingdale's" weiterhin den Begriff Kartäuser für Britisch Kurzhaar Katzen. Diese Internetseite ist unter der URL www.kartaeuser.online.de erreichbar.

Der Name Kartäuser wird aber nicht nur innerhalb des Domainnamens verwendet, sondern auch geschickt an verschiedenen Stellen in die Texte der Homepage eingebunden. Man findet ihn ebenso in der Überschrift der Startseite, im Menü und im Titel des Themas "Wie alt wird eine Kartäuser". Deshalb geht die "Vergoldete Pfote" diesmals an die Katzenzucht "Bloomingdale's".

Laudatio: Frau Kurz wünscht sich, wie sie selbst auf ihrer Homepage erläutert, die alten Zeiten zurück, als in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Rassebezeichungen "Britisch Kurzhaar" und "Chartreux" von den deutschen Züchtern ignoriert und die "blaufarbigen" Katzen unter dem deutschen Namen "Kartäuser" gezüchtet wurden. Sie gehört offenbar zu den ewig Gestrigen, die es nicht akzeptieren möchten, wenn sich die Bedingungen ändern. Ihre Einstellung zum Begriff Kartäuser teilt sie mit folgenden Worten auf ihrer Homepage mit:

"Ob Sie nun die offizielle Sprachregelung der FIFé übernehmen (Britisch Kurzhaar), oder beim althergebrachten (Kartäuser) bleiben, spielt aus Sicht der Katze sicher keine große Rolle. Gemeint ist schließlich immer die gleiche Katzenrasse, nämlich die Britisch Kurzhaar."

Die Britisch-Kurzhaar-Kitten lassen sich vielleicht über den Namen Kartäuser besser verkaufen und es ist der Züchterin offensichtlich gleichgültig, dass sie ihre Kunden dadurch betrügt, indem sie ihnen eine andere Rasse vorgaukelt.


"Bei uns können Sie die Katze im Sack
kaufen, oder anders ausgedrückt,
wir stecken Ihnen einen blauen Briten
in Ihre Kartäuser-Einkaufstüte."

 

Juni 2003
Solange die freien Katzenvereine weiterhin zulassen, dass ihre Züchter die blaue Variante der Britisch-Kurzhaarkatzen als "Kartäuser" anbieten, kann diese Täuschung der Katzenliebhaber nicht beendet werden. In diesen Vereinen, die nicht der FIFé angehören, gibt es keinen einzigen Züchter der Rasse "Chartreux".
Der Kaufinteressent weiss das natürlich nicht. Meist bemerkt er noch rechtzeitig vor dem Kauf, dass ihm eine blaue BKH verkauft werden soll, obwohl er nach einer echten Kartäuserkatze nachgefragt hatte. Er hat da aber bereits eine weite Anreise zur Besichtigung der Katzenzucht hinter sich und deshalb ärgerliche und unnötige Kosten.

Deshalb vergeben wir diesmal die "Vergoldete Pfote" an die beiden Vereine "Deutsche Rassekatzen-Union e.V. (abgekürzt D.R.U) und "Gemeinschaft der Katzenfreunde e.V. (abgekürzt GdK), stellvertretend für alle freien Vereine, die weiterhin die Bezeichnung "Kartäuser" für die blauen Britisch-Kurzhaar Katzen erlauben.

Laudatio: Gerade diese beiden Vereine vermitteln in besonderer Weise den Anschein, dass Ihre Mitglieder echte Kartäuser zu verkaufen hätten.
Sie veröffentlichen für die angeschlossenen Züchter Wurfmeldungen auf ihren Internetseiten, in denen "Kartäuserkatzen" angeboten werden, obwohl es sich um blaue BKH handelt. Sie unterstützen durch die Ausstellung von Stammbäumen, in denen die Rassenbezeichnung "Kartäuser 16" eingetragen ist, weiterhin dieses weitverbreitete Missverständnis.

"Jetzt bieten wir auch unsere blauen Tiere einfach als Kärtauser an. Erstens merken die meisten Käufer nicht, dass es sich nicht um echte Kartäuser handelt, zweitens ist der Name nicht geschützt und ausserdem gehen die Jungkamele dann weg wie die warmen Fladenbrote."

 

 

Februar 2003
Bücher gehören zu den Meinungsmachern.
Wer glaubt, in Fachbüchern werde immer nur die reine Wahrheit verbreitet, der irrt gewaltig. Das im Parey-Verlag erschienene Buch "Kartäuser-Katzen" gehört zu den Exemplaren, durch die der Leser in vorsätzlicher Weise getäuscht wird. Wir verleihen deshalb diesem Buch aus dem Parey-Verlag die "Vergoldete Pfote".

Laudatio: Im vorderen Teil des Buchs "Kartäuser-Katzen" der Autorin Ortrun Wagner befindet sich, als Abhandlung über die "Historische Entwicklung der Rasse", eine detaillierte Beschreibung der Geschichte der Katzenrasse Chartreux. Auch die aufgeführten Rassestandards von 1935 und 1939 vermitteln den Eindruck, dass dieses Buch die Rasse Chartreux zum Inhalt hat. Auf Seite 24 beginnt dann allerdings die Täuschung des Lesers. In einem kleinen Absatz wird aus der Chartreux eine Britisch-Kurzhaar Katze gemacht. Dabei scheut die Autorin nicht davor zurück, fälschlicherweise die Rasse BKH als Erben dieser Entwicklung aufzuführen.

Wir zitieren nachfolgend den vollständigen Absatz:
Die Kartäuserkatze heute
Jede Rasse macht im Laufe der Jahre und
Jahrzehnte gewisse Veränderungen durch,
so auch die Kartäuserkatze. Gültiger Maß-
stab für ihr Erscheinungsbild ist heute der
allgemeine Rassestandard für Britisch-
Kurzhaar-Katzen (BKH), spezifiziert für
Kartäuser als deren blaue Variante.

Der Leser soll glauben, dass eine Kartäuser heute immer eine BKH ist. Im weiteren Verlauf des Buchs wird nur noch über die Rasse Britisch Kurzhaar gesprochen. Auf den 26 Bildern in diesem Buch sind bis auf eine Ausnahme nur BKH abgebildet. Wer sich das Buch gekauft hat, um etwas über die "echten" Kartäuser, die Katzen der Rasse Chartreux, zu erfahren, der wird sicher enttäuscht sein. Von den Unerfahrenen, die sich über dieses Buch ein erstes Grundwissen über die Kartäuser aneignen wollen, wird der Täuschungsversuch nicht erkannt. Sie merken meist erst nach dem Kauf ihrer BKH-Katze, dass es darüber hinaus weiterhin die Chartreux gibt.

Es gehört schon ein scharfer Blick dazu und etwas Hintergrundwissen über die Katzenrasse Chartreux, damit man durch die falschen Informationen in diesem Buch nicht hinters Licht geführt wird.

Nachtrag:
Zur Ehrenrettung für den Verlag möchten wir es nicht unerwähnt lassen, dass der Parey-Verlag in der Zwischenzeit reagiert hat und dieses Buch aus seinem Angebot gestrichen hat.

 

Dezember 2002
Diesmal geht die vergoldete Pfote an die Katzenzucht Muspilli (URL: www.muspilli.de), die ihre Britisch-Kurzhaar-Katzen auf den Internetseiten der Cattery als Kartäuser und vereinzelt sogar als Chartreux bezeichnet.

Laudatio: Die Internetseiten von "Muspilli" sind eine perfekte Täuschung. Diese Cattery züchtet neben Britisch-Kurzhaar-Katzen auch noch andere Katzenrassen, besitzt aber keine einzige Chartreux. Die blauen BKH werden ausnahmslos auf allen deutschsprachigen Seiten der Web-Präsenz mit "Kartäuser" bezeichnet. Man kann nirgends erkennen, dass es sich in Wirklichkeit um Katzen der Rasse "Britisch Kurzhaar" handelt. Auf den französischsprachigen Seiten wird als Rassebezeichnung "Chartreux" verwendet. Im englischen Teil der Homepage ist unter dem Titel "Blue British Shorthair" zuerst die Rede von "Chartreux/British Blue Cat", anschliessend aber nur noch von "Chartreux". Wie nicht anders zu erwarten, enthalten auch die Keywords der WebSite den Begriff "Chartreux", damit die Homepage bei den Suchmaschinen unter diesem Suchbegriff gelistet wird.

Die Züchterin ist hauptberuflich Lehrerin. Daneben ist sie Vorsitzende der südhessischen Gruppe des "Felina e.V.", Zuchtausschuss-Mitglied im selben Verein und European Director der International Scottish Fold Association. Man kann deshalb davon ausgehen, dass sie ausreichend über die Unterschiede zwischen Chartreux und Britisch Kurzhaar informiert ist.

Die Regeln des "Felina e.V." erlauben den BKH-Züchtern dieses Vereins die Verwendung des Begriffs "Kartäuser" nur als Beiname in Kombination mit der Rassebezeichnung (z.B. "Britisch Kurzhaar blau/Kartäuser"). Kartäuser in allen FarbenDeshalb verstösst die Züchterin sogar, als Mitglied des erweiterten Vorstands dieses Katzenclubs, gegen die Regeln des eigenen Vereins.


Auch wenn eine Katze so britisch aussieht, wie hier auf diesem Bild, schafft man es in Deutschland weiterhin, sie als "Kartäuser" oder "Chartreux" zu verkaufen.

 

 

Oktober 2002

Die vergoldete Pfote wird erstmals an alle Züchter vergeben, die "Kartäuser in allen Farben" anbieten.

Laudatio: Eine Kartäuserkatze gibt es nur in der Farbe BLAU (blaugraues Fell). Es zeugt von einem enormen Potential an Erfindungsgeist und einem Hang zu unlauterem Wettbewerb, wenn die variantenreichen Britisch-Kurzhaar-Katzen als "Kartäuser in allen Farben" angeboten werden.
Kleinanzeigen in diesem Wortlaut lassen sich seit geraumer Zeit im Anzeigenteil einschlägiger Tier-Journale feststellen. Inzwischen verwenden manche BKH-Züchter diese irreführende Bezeichnung ebenfalls auf ihren Karäuser in allen FarbenInternetseiten.

Was darf es denn sein, lieber Kunde und Katzenliebhaber ?
Eine Kartäuserkatze in neongrün ?

 
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